Yelp und Qype Bewertungsturbulenzen

NetzwerkenDer Kunde sucht im Internetdschungel Entscheidungshilfen, sucht Menschen, die ihm helfen können, schneller den Richtigen oder das Richtige zu finden.

Wie soll jemand aus der Menge an Informationen, den angekündigten Superlativen, tatsächlich genau das finden, was das Beste für ihn ist? Wir alle suchen authentische, echte Menschen, denen wir vertrauen können.

Seien wir doch mal ehrlich, das Beste für irgendjemanden ist doch nie das Beste für Sie! Es bedarf immer der eigenen Erfahrung.

 

Ob der Nasenfaktor genauso harmonisch ist wie bei den Bewertenden der Dienstleister?
Ob der Humor oder das literarische Verständnis ähnlich ist?
Ob Ihre Geschmacksknospen genauso ticken?
Ob Ihr Körperempfinden, Ihre Beratungswünsche wirklich zufriedenstellender erfüllt werden, ist und bleibt auch bei Dutzenden von 5-Sterne-Bewertungen offen.
Ja, die Chance steigt, dass es passen könnte, je mehr positive Bewertungen vorhanden sind. Doch passt es wirklich?
Was sind Bewertungen eigentlich wert?
Warum der Hype nach Bewertungen, Sternen, Likes und Shares?

Sternenfänger unter sich

Es entwickelt sich mehr zu einem modernen Wettlauf des Sterne Sammelns. Es ist nicht mehr Kür, es ist Pflicht geworden. Unternehmen jagen den Daumen hinterher (der mittlerweile Geschichte ist)  und den Sternen auf relevanten Portalen.

Echte Mund-zu-Mund-Propaganda oder Lob von Kunden aufgrund absoluter Zufriedenheit, öffentlich im Web geäußert – das ist, was gewünscht ist. Doch woher weiß ich, dass der Kunde auch wirklich ein Kunde war oder ist?

Es gibt leider erschreckend viele Bewertungsauswüchse. Das ist die andere Seite der  Bewertungsmedallie, die puscht und verfälscht.  Dazu gehören auch Fake-Bewertungen, die gekauft sind oder über Facebook-Gruppen generiert wurden unter dem Motto „Like mich – dann like ich dich.“

Und wie ist das mit echten Bewertungen von echten Freunden? Zählt das bereits zum Sterne-Doping, wenn unsere Freunde von unserem Wirken begeistert sind und uns empfehlen?

Moderne Sklaverei

Mittlerweile machen sich Unternehmen abhängig von Plattformen, die nach ihrem eigenen Gut dünken entscheiden was bleibt, was geht, was rankt, was Geld bringt.

Und plötzlich – in seltenen Fällen mit Vorankündigung – ändern sich Funktionen, Design oder Richtlinien. Mal sind es nur eine kleine Designverändeurngen, dann sind es die Nutzungsbedingungen und AGBs, manchmal eine völlige Neuorientierung oder sogar eine Übernahme oder ein Verkauf.  Viele Beispiele gibt es hierzu aus den letzten Jahren.

Wer sich auf Sevenload seinen eigenen Kanal aufgebaut hatte, dort eventuell zu einem Internetstar avancierte, musste plötzlich alles retten. Die Plattform Sevenload erfuhr eine komplette Neuausrichtung.

Wer vor Jahren Mister Wong nutzte, um zu bookmarken oder gar um Backlinkaufbau zu betreiben, wurde ebenfalls Opfer einer Umstrukturierung. Das Unternehmen hatte anderes im Sinn.

Regelmäßig verändern die klassischen Social-Media-Portale wie Facebook, Xing, Google, YouTube, Twitter u.a. einiges an ihrer Struktur, so dass mancher Benutzer sich kaum mehr auskennt.

Für die User ist jede Veränderungen sehr zeitraubend. Gerade wenn ein Unternehmen sämtliche Webauftritte in einem CI aufgebaut  hat, kann es von vorn beginnen, wenn allein die Platzhalter für das Bannerbild größer oder kleiner werden.

Bannerbild

Funktionen, die Sie als Unternehmer für sich entdeckt haben und auch für das Geschäft nutzen, verschwinden. Und damit verschwindet auch wichtiger Inhalt, den Sie aufgebaut haben.

All dies geschieht fast täglich. Es gehört zum üblichen Geschäftgebaren im Sinne der Innovation, Modernisierung und Anpassung an den Bedarf, wie es laut Portalbetreiber dann verlautet wird.

So geschehen bei Xing:
Da es anfangs keine Möglichkeit gab Referenzen zu sammeln, nutzten einige Xing-User ihr Gästebuch zum Einsammeln von Referenzen. Als dann endlich nach mehreren Jahren seit Bestehen von Xing ein Referenztool installiert wurde, blieben die Referenzen weiterhin im Gästebuch, weil ein Übertrag technisch angeblich nicht möglich war. Mit der Änderung im Juli 2013 verschwand das Gästebuch. Wer da nicht Vorsorge getroffen hatte, verlor alle Bewertungen. Offizielle Mitteilung von Xing dazu: Das Gästebuch ist kein Referenzbuch.

Qype wird Yelp – und wer verliert Geld?

Das aktuelle Schicksal der Qype-User ist wieder eine Internetstory mehr,  in der User wenig Rechte haben. Aber dabei sind es gerade die User, die das Unternehmen überhaupt erst  dazu gebracht haben, dass es hochpreisig verkauft werden konnte.

Hoch und sehr gut bewertete Unternehmen verloren fast alle Bewertungen. Der Sternenhimmel verlor an Glanz. So wurde der Spitzenfrisör zum Stümper, das gut florierende Unternehmen verwandelt sich in Leerstand.

Das geschah bei Qype:
Der Umzug von Qype wurde mit E-Mails an die User zwar angekündigt, doch wie viele haben die Mail noch nicht einmal gelesen, weil diese im Spam landete oder wie viele haben gar nicht vestanden, was vor sich geht und sind nicht mit umgezogen? Oder nahmen dies zum Anlass, das Portal verlassen zu können? Keiner hat die Folgen wirklich bedacht, die dieser nicht durchgeführte Klick nun auslöst. Somit ist eine Bewertung nicht empfehlenswert – da die Software den Autoren nicht kennt. Und das wiederum bedeutet,  fünf Sterne fallen weg und das in Massen!

Internetreputation – ein Kapital was viele Dienstleister, Freiberufler und Selbstständige immer noch einem anderen Unternehmen an die Hand geben, anstatt selbst die Führungsleinen in den Händen zu halten. Da macht es keinen Unterschied, ob es ein Weltunternehmen ist oder ein lokaler Dienstleister.

Unsere Tipps

  • Sammeln Sie Referenzen und Bewertungen auf unterschiedlichen Portalen.
  • Machen Sie sich direkt Kopien von der Bewertung und speichern Sie diese auf Ihrem eigenen Rechner.
  • Fragen Sie die Bewertenden, ob Sie deren Bewertung auch auf Ihrer Website veröffentlichen dürfen.
  • Fragen Sie zusätzlich, ob Sie dieses Material auch in einem Film einsetzen dürfen.
  • Machen Sie mit Ihrem Smartphone kleine Referenzvideos, also echte Kundenstimmen per Video.

Doch bedenken Sie immer, das Web vergisst nie etwas, auch wenn es für Sie unsichtbar geworden ist!

Wir schreiben Ihre Erfolgsgeschichte im Web und machen Unsichtbares wieder sichtbar!

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